Starscape
Neuseelands wildromantische Südinsel-Westküste bietet spektakuläre Ausblicke auf Felsen und Steilklippen, die mit flachen Sandstränden abwechseln. Diese Felsnadeln in der Brandung liegen unterhalb einer 100 m hohen Klippe. Bei Hochwasser reichen die Wellen bis an die windschiefen Bäume auf den Felsen heran und branden unter lautem Wellenschlag direkt an die Klippen. Der Tidenhub liegt bei 3.5 m, weshalb der Zugang nur für kurze Zeit bei Ebbe möglich ist und mit dem tiefen Morgen- und Abendlicht übereinstimmen muss. Selbst bei Ebbe ist der Wellengang noch so hoch, dass vereinzelte Wellen die Felsplattform komplett überspülen und das Wasser hüfttief steigen lassen. Die Felsrinnen zwischen der Plattform fallen periodisch fast trocken. Daher kann die lange Belichtung die Sequenz einer ganzen Welle umfassen, was den geisterhaften Effekt des fließenden Wassers bewirkt. Das Wasser schießt durch die Rinnen und flutet zuletzt die Plattform. Die Felsen sind dicht besiedelt mit bis zu 35 cm großen leuchtend orangenen Seesternen der Art Stichaster australis. Sie ernähren sich von massenhaft auftretenden Miesmuschelbänken. Bemerkenswerterweise sind die Felsen genauso alt wie die Klasse der Asteroidea, zu denen diese Seesterne gehören. Als sich die Felsen vor etwa 490 Millionen Jahren im Ordovizium als schlammiges Sediment auf dem Boden eines tiefen Ozeans bildeten, entstanden auch die ersten Tiere der Gruppe Echinodermata, zu denen auch die Seelilien und Seeigel gehören. Obwohl Stichaster australis eine moderne Art ist, gehören sie zweifellos zu den lebenden Fossilien, die die Erde erfolgreich seit 490 Millionen Jahren bewohnen. Oktober 2011
Canon 5D MkII, Canon EF-L 16-35 mm, f/16, 6 Sek, 100 ASA, Lee GND, Stativ