Mondaufgangs Symphonie
Im Halbdunkel der anbrechenden Nacht, etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang, nimmt der Himmel eine zwielichtige tiefblaue Farbe an. Grund ist die Ozonschicht, die beim parallel durch die hohe Atmosphäre fallenden Restlicht wie ein Farbfilter wirkt und nur den blauen Lichtanteil übrig lässt. Der aufgehende Mond beleuchtet die Berge und in tiefster Ruhe werden die ersten Sterne sichtbar. Die Gesteine, die das Panorama des bis zu 4810 m hohen Mt. Blanc Massivs in den französischen Alpen aufbauen haben eine geologische Geschichte, die bis in das Zeitalter des Karbon und Perm vor 300 Millionen Jahren zurück reicht. Zu dieser Zeit waren alle Landmassen zu einem Super-kontinent namens Pangäa vereint. Entlang der Kollisionsnaht zwischen Afrika, Eurasia sowie Nord- und Südamerika bildete sich das Variszische Gebirge. Dieses wurde im Laufe der Zeit von der Verwitterung abgetragen. Übrig blieben die kristallinen Wurzeln des Gebirges im Untergrund, bestehend aus Granit. Dieses Grundgebirge wurde während der Zeit der Dinosaurier im Mesozoikum von kilometerdicken Meeressedimenten bedeckt. Vor 40 Millionen Jahren begann dann die Hebung der heutigen Alpen mit größeren Schüben im Mt. Blanc Gebiet vor 22 sowie 12 bis 5 Millionen Jahren. Dabei wurde die harte Granitwurzel des ehemaligen Variszischen Gebirges domartig herausgehoben und die aufliegenden weichen Sedimente vollkommen durch die Verwitterung abgetragen. Durch diese Entlastung konnte der Granitkörper noch weiter aufsteigen. Die Gletscher der Eiszeitzyklen prägten dann die heutige Form der verwitterungsbeständigen Granitgipfel.
August 2011
Canon 5D MkII, Canon EF-L 16-35 mm, f/8, 16 Sek, 100 ASA, Lee GND, Stativ