Biographie






Über Dr. Christian Klepp

Aufgewachsen in Hamburg, entdeckte ich sehr früh meine Liebe zur Natur während zahlloser Wanderungen durch die österreichischen Alpen. Mit meiner Praktika MTL-5 unternahm ich erste Gehversuche in Sachen Photographie. Ich interessierte mich zunehmend für den geologischen Bau der Alpen und fing an, nach Mineralien und Kristallen zu suchen. Bei diesen Unternehmungen geriet ich wiederholt in unvorhergesehene Gewitter, was mich in teilweise recht unangenehme Situationen brachte. In mir wuchs das Verlangen, die Zusammenhänge der Natur besser zu verstehen. Unendlich viele Fragen hatten sich aufgehäuft und warteten auf Antwort. So beschloss ich, an der Universität Hamburg Meteorologie und parallel dazu Geologie / Paläontologie zu studieren.

Erkenntnis

Während meines Studiums hatte ich 1993 die Gelegenheit, an Bord des Eisbrechers "Polarstern" an einer zweimonatigen Winterexpedition zum Nordpol teilzunehmen. Für diese Expedition erwarb ich eine Chinon CP-5 und baute diese für den Einsatz bei Temperaturen unter –40°C auf externe Stromversorgung um. Noch nie in meinem Leben fühlte ich mich dem Atem der Natur näher als hier im ewigen Eis. Der Wunsch, solche intensiven Momente der Einsamkeit und Schönheit über die Jahre mit Licht einzufrieren, war der endgültige Auslöser eines schon lange in mir erwachten Traumes. Ich musste lernen, wie man mit Licht schreibt.

Lernen

Mein langjähriger Freund, Dr. Frank Paul, der auf vielen gemeinsamen Alpentouren bereits photographierte, verbrachte fortan ungezählte Stunden damit, mich geduldig vom Schritt des "Bilder knipsens" hin zur Technik und Bildkomposition einer Photographie zu bringen. Dafür sage ich Danke! Die Saat fiel auf fruchtbaren Boden. Ich lernte, dass aufziehende Zirruswolken, die den blauen Himmel bedecken, nicht das Ende des photographischen Tages bedeuten. Ich lernte und begriff die Magie des frühen Aufstehens. Nie werde ich das "Gummi-Licht" mit dem schwindenden Erdschatten in der eisigen Morgenluft vergessen. Seit diesen Tagen begleitet mich mein Stativ rund um die Welt. So kam ich auch zur Astro-Photographie. Wir jagten Sternschnuppenströme, Kometen und Mondfinsternisse. Eine Purus Kamera-Nachführvorrichtung ermöglichte erstmals Sternfeldaufnahmen.

Weltumarmung

Nach Fertigstellung meiner Diplom- und später meiner Doktorarbeit bereiste ich die nordamerikanischen Nationalparks, West-Kanada, die Kanarischen Inseln und Neuseeland. Aber immer wieder kehrte ich zurück in die Alpen. In Norwegen lernte ich, dass rauhes Wetter zu noch rauherer Schönheit der Photographien führt. Inzwischen war meine Kamerasammlung auf 6 Gehäuse und unzählige Objektive – zumeist Pentax – angewachsen.

Konzentration

Im Winter 2004 wechselte ich nach schier endlosen Recherchen und Tests zur digitalen Photographie mit der Canon 20D und den dazugehörigen L-Linsen. Meine erste digitale Expedition fand im Spätwinter 2005 an Bord des irischen Forschungsschiffes "Celtic Explorer" statt. Wir kreuzten für wissenschaftliche Messungen zwei Monate vor den Lofoten, Norwegen. Dort erlebten wir jedes erdenkbare Wetter sowie Polarlichter. Wie die Canon 20D auf dem schwankenden Schiff bei 3200ASA aus der Hand Polarlichter einfing war geradezu phänomenal.
Im Sommer 2005 bekam das Wort Urlaub eine neue Dimension. Ich erkannte, wie viel Gewicht im Sprichwort "weniger ist mehr" liegt. Ich verbrachte einen Monat in den abgelegensten Regionen von Utah und Arizona. Kräftezehrende Wanderungen, waghalsige Klettereien und das geduldige Warten auf das richtige Licht wurden reich belohnt. So entstand eine neue Philosophie. Die Konzentration auf das Wesentliche.
Anfang 2006 war geprägt von den Vorbereitungen zur totalen Sonnenfinsternis in Antalya, Türkei. Speziell dafür ergänzte ich meine Sammlung um eine zweite Canon 20D und eine weitere L-Linse. So konnte ich die Korona der schwarzen Sonne und gleichzeitig die verfinsterte Landschaft während der Totalität photographieren.
Nachdem wir 1999 während der totalen Sonnenfinsternis von Süddeutschland im Regen standen, war die Anspannung und Hoffnung auf das Gelingen der Sonnenfinsternis 2006 unermesslich groß. Mit Sicherheit war dies das bislang bewegenste Naturereignis das ich erleben durfte. 2008 eröffnete der Astrotrac TT320 eine neue Dimension der Sternphotographie. Diese mobile Astromontierung ermöglichte es erstmals, in den abgelegensten Regionen der Erde, Sternphotographie mit Landschaftsphotographie zu kombinieren. In 2009 ergänzte ich die Ausrüstung um die Canon 5D Mk II sowie die Canon L16-35 mm II Linse. In 2011 erwarb ich für Astronomiezwecke die Rokinon 14 mm Linse.

Vision

Diese Webseite verbindet mein photographisches Hobby mit meinen Beruf. Klimaforschung und Natur-Photographie sind eng miteinander verwandt. Die leidenschaftliche Dokumentation der Schönheit der Natur ruft zugleich zu ihrem nachhaltigen Schutz auf. Tiefer Respekt und die Fähigkeit zur Bewunderung sind die Voraussetzung zum Erhaltungswillen dieser Schönheiten. Zum Schutz der noch unberührten Natur darf unser Besuch möglichst nur Fußspuren hinterlassen, damit kommende Generationen auch noch sehen dürfen, was wir bewundert haben.

LichtJahre

Die zweiteilige Idee zu dieser Internetseite reicht in das Jahr 2002 zurück. Neben der rein photographischen Dokumentation der unberührten Natur möchte dieses Projekt zum Verständnis der Geowissenschaften in der breiten Öffentlichkeit beitragen. Wenn wir die Sprache der Steine verstehen, zeigen uns die heutigen Landschaften auf unserem Planeten, wie die Erde ihr Angesicht im Laufe der unvorstellbar langen Zeiträume seit ihrer Entstehung verändert hat - und sich weiterhin verändern wird.




Christian Klepp im Januar 2017